...davor, wieder ein Jahr älter zu werden, wieder bzw immer noch keinen Menschen an meiner Seite zu haben..
...davor, den Tag wieder "allein" zu verbringen, trotz Besuch..
Und trotz allem die Fassade der Freude und der guten Laune aufrechterhalten, da es sowieso niemand verstehen würde.
"Ich bin das Nichts, keiner versteht mich, weil ich das Nichts bin"
"Ich bin das Nichts, keiner sieht mich, weil ich das Nichts bin"
Ich komme zu nichts mehr, was mir ursprünglich Freude gemacht hat.. Ich lese nicht mehr.. Ich gehe kaum noch raus.. Ich esse kaum.. Einer der Texte, die momentan am meisten auf mich zutreffen, kommt aus Kinskis "Tagebuch eines Aussätzigen":
„Ich weiß nicht, wer ich bin und wer ich war. Ein Fremder vor mir selbst und neu für mich und alt, wenn ich im Spiegel sehe.
Ich glaubte, dass ich überall zuhause sei und war schon heimatlos, bevor ich schon ganz dort war.
Ich bin durchaus sehr zart und fühl mich doch kräftiger als alle. So stark manchmal, so schwach so oft... Ich war verbohrt und zäh und schwach und ohne Willen, ohne Mut.
Ich fürchte mich doch eigentlich vor nichts und dabei fürchte ich oft alles.
Ich will nicht einsam sein und sehne mich nach Einsamkeit, sobald ich nicht alleine bin.
Ich will ja lernen, lernen und ich hasse meinen Schlaf, weil er die Zeit stiehlt. Aber ich bin so übervoll von mir. Ich bin voll energiegeladener Ideen und voll von soviel Traurigkeit.
Ich will leben und ich will sterben und ich tue beides oft.
Ich war so gierig auf ein Glück und sieh! ich hasse das Gefühl des Glücks.
Ich war in Allem und ich wollte nirgends sein, wenn ich in Allem war.
Ich glaubte stets an Gott, doch ich bespuckte ihn und habe auch ein Kruzifix verbrannt und auch mein Kreuz und die Madonna fortgeworfen.
Ich liebe meine Sonne und ich hasse sie, weil ich begreife, dass ich ihr nicht entkommen kann.
Ich liebe Huren, Diebe und vielleicht auch Mörder, weil ich ihr Schicksal liebe, wenn sie eines haben. Und auch die Verrückten, wie sie die Menschen nennen; sie sind wie Blinde, die schon lange sehen. Auch ... alle Huren stehen über uns, weil sie soviel zu leiden haben.
Ich fliehe jeden Tag und wenn die Nacht kommt und so stehen bleibt die ganzen stundenlosen Stunden, dann bin ich so sehr krank, weil es nicht Tag ist.
Ich flehe Gott um Schutz und höhne ihn und mich danach, wenn er es tut und muß dann wieder fliehen. Und wenn ich ausgesetzt bin und zerrissen werde, dann flehe ich um neuen Schutz.
Ich hasse alle Kinder und doch knie ich nieder, wo ich eins seh.
Ich suche mich und wenn ich mich gefunden habe, dann bin ich mein größter Feind. Mir brennt die eigne Haut wie Feuer und mein Blut ist wie ein unberechenbares Tier. Ich flieh vor mir und meinem Leben und ich hasse mich, der mich vernichten will.
Aber ich bitte Gott um Schmerz und schweres Leben und um Gedanken nach dem Fieber.
Ich will für jede Blume leiden, wenn sie lebend stirbt und will auf immer dankbar sein, wenn es in jedem Jahre Frühling wird.
Und will die Kraft abwarten nach den Schmerzen.
Gott, gib mir Kraft, die Zwischenzeiten auszutragen ohne Schrei. Und gib mir Demut für den großen Schoß.“
Ich glaubte, dass ich überall zuhause sei und war schon heimatlos, bevor ich schon ganz dort war.
Ich bin durchaus sehr zart und fühl mich doch kräftiger als alle. So stark manchmal, so schwach so oft... Ich war verbohrt und zäh und schwach und ohne Willen, ohne Mut.
Ich fürchte mich doch eigentlich vor nichts und dabei fürchte ich oft alles.
Ich will nicht einsam sein und sehne mich nach Einsamkeit, sobald ich nicht alleine bin.
Ich will ja lernen, lernen und ich hasse meinen Schlaf, weil er die Zeit stiehlt. Aber ich bin so übervoll von mir. Ich bin voll energiegeladener Ideen und voll von soviel Traurigkeit.
Ich will leben und ich will sterben und ich tue beides oft.
Ich war so gierig auf ein Glück und sieh! ich hasse das Gefühl des Glücks.
Ich war in Allem und ich wollte nirgends sein, wenn ich in Allem war.
Ich glaubte stets an Gott, doch ich bespuckte ihn und habe auch ein Kruzifix verbrannt und auch mein Kreuz und die Madonna fortgeworfen.
Ich liebe meine Sonne und ich hasse sie, weil ich begreife, dass ich ihr nicht entkommen kann.
Ich liebe Huren, Diebe und vielleicht auch Mörder, weil ich ihr Schicksal liebe, wenn sie eines haben. Und auch die Verrückten, wie sie die Menschen nennen; sie sind wie Blinde, die schon lange sehen. Auch ... alle Huren stehen über uns, weil sie soviel zu leiden haben.
Ich fliehe jeden Tag und wenn die Nacht kommt und so stehen bleibt die ganzen stundenlosen Stunden, dann bin ich so sehr krank, weil es nicht Tag ist.
Ich flehe Gott um Schutz und höhne ihn und mich danach, wenn er es tut und muß dann wieder fliehen. Und wenn ich ausgesetzt bin und zerrissen werde, dann flehe ich um neuen Schutz.
Ich hasse alle Kinder und doch knie ich nieder, wo ich eins seh.
Ich suche mich und wenn ich mich gefunden habe, dann bin ich mein größter Feind. Mir brennt die eigne Haut wie Feuer und mein Blut ist wie ein unberechenbares Tier. Ich flieh vor mir und meinem Leben und ich hasse mich, der mich vernichten will.
Aber ich bitte Gott um Schmerz und schweres Leben und um Gedanken nach dem Fieber.
Ich will für jede Blume leiden, wenn sie lebend stirbt und will auf immer dankbar sein, wenn es in jedem Jahre Frühling wird.
Und will die Kraft abwarten nach den Schmerzen.
Gott, gib mir Kraft, die Zwischenzeiten auszutragen ohne Schrei. Und gib mir Demut für den großen Schoß.“
