Donnerstag, 14. Juli 2016

Paranoia

Die Finsternis, aus der das Grauen kriecht
Mit weiß aufgedunsenen Klauen nach mir greift
Mich zu sich in die Tiefe zerren will
In die endlose Schwärze, die die Augen taub werden lässt

Höre nicht das Kratzen an kaltem Stein
Erst als es spinnenartig mir entgegenblickt
Erwache ich

Wenn die eigene Wohnung die Hölle ist
Weil man sich aus seiner Ecke
nicht herausbewegen kann
Mit der Angst, dass einem etwas aus dem Nichts
In den Rücken springt

Kratze Dir die Augen aus, damit Du nichts mehr siehst
Stich Dir Drähte in die Ohren,
damit Du nichts mehr hörst
Verätze Dir die Nase - Nichts mehr riechen können
Verbrenne Deine Haut
Und Du wirst nie wieder etwas spüren

Schande

"Ich habe gedacht, Sie würden sich bestimmt belästigt fühlen, wenn ich gestehe, dass ich die ganze Zeit auf Ihren Anruf gewartet habe. 
Ehrlich, Sie wieder zu treffen hätte ich nie gedacht."

Es ist an der Zeit den alten Dreck hinaus zu kehren
Und sich mit dem letzten Funken Willen
Gegen das, was war zu wehren.
Es ist an der Zeit sämtliche Brücken zu verbrennen
Und sich von der alten Haut,
Von der Erinnerung zu trennen.

Manchmal kommt die Zeit,
Und dazu reicht ein Kuss,
In der man sich zum Weiterleben
Wieder einmal töten muss. 
Nach allem was mit mir geschah 
Ist mir bis heute nicht mal klar, 
Welcher von den vielen Morden 
Nun die schlimmste Hölle war. 
Die Schande meines eigenen Lebens 
Lastet schwerer als man glaubt, 
Sie ist es, die mir jedes mal 
Erneut den Boden raubt. 
War mein Finger auch am Abzug, 
War mein Bein auch schon im Grabe, 
Steht am Ende ohne Punkt und Komma doch: 
"Verdammt, ich lebe noch."

Es ist an der Zeit sich zu der Zukunft zu bekennen, 
Die Schuldigen zu vergessen, 
Die die zu mir standen zu benennen. 
Es ist an der Zeit den Kelch in einem Zug zu leeren, 
Wie ein Phoenix ohne Furcht 
Sich selbst im Feuer zu verzehren.

"Ich konnte all die Jahre überhaupt nicht unglücklich sein, denn ich... ich kenne außer Unglück doch gar nichts.
Das große Glück erscheint selten. Nur die Hoffnung ist unser Glück des Alltags...
und das Ende all unserer Sehnsüchte ist leider meistens nur der Tod."